Sind Kopfhörer schädlich für den Nachwuchs?

Als Eltern ist man mitunter doch vielleicht etwas übervorsichtig, wenn es darum geht, den eigenen Nachwuchs vor Gefahren im Alltag zu schützen. Dabei gehören Blessuren beim Spielen und dann und wann auch ein paar Tränen zum Kindsein dazu. Zumal die Spuren solcher Zwischenfälle in der Regel schnell vergessen sind. Anders verhält es sich jedoch bleibenden gesundheitlichen Problemen – denn auch diese können entstehen. So sind Kinderohren deutlich empfindlicher als das Gehör erwachsener Menschen. Mancher Erziehungsberechtigte stellt sich deshalb die berechtigte Frage: Kann ich meinem Kind einen Kopfhörer kaufen, oder sollten doch zur Sicherheit erst einmal die Lautsprecher der Stereoanlage genutzt werden. Für die Boxen spricht die Möglichkeit der Kontrolle über die Hörgewohnheiten der lieben Kleinen. Denn sie neigen doch recht oft zu übermäßigen Genuss von Musik oder Hörspielen.

Berechtigte Kritik an In-Ear-Kopfhörern?

Andere Eltern jedoch sind froh, dass es Kopfhörer auch für Kinder gibt, um ab und ab ein wenig Ruhe von den neuesten Kinder-Hits zu finden. Doch auch diese Personen möchten natürlich sicherstellen, dass die Kopfhörer keinen Schaden zur Folge haben, der nicht mehr abklingt. Experten bestätigen zunächst laut kinderkopfhoerer.com einen Aspekt: Wie bei Erwachsenen ist der ständiger lauter Musikgenuss tatsächlich schädlich. Die kleinen Härchen im Ohr sterben bei zu häufiger Lärmbelastung ab und erholen sich schlimmstenfalls nie wieder. Besonders kompliziert wird es, wenn Kinder die so genannten In-Ear Kopfhörer verwenden. Allerdings ist der Grund vielfach ein anderer, als man erst einmal vermuten mag. Natürlich entfaltet die Musik im Gehörgang schneller ihre Wirkung als beim normalen Kopfhörer, der auf der Ohrmuschel getragen wird. Für die Eltern stellt sich als Problem dar, dass von außen oft nicht wirklich zu hören ist, welche Lautstärke die Musik tatsächlich hat.

Nicht die Produkte sind schuld, sondern das Verhalten

Jedoch gibt es Test, die zeigen, dass viele Nutzer – und somit auch Kinder – beim Einsatz eines In-Ear-Kopfhörers eben wegen der besseren Wahrnehmung nicht generell lautere Einstellungen an der Anlage oder dem MP3-Player vornehmen. Zumal es für Eltern, die dem Nachwuchs Kopfhörer (On-Ear oder In-Ear) schenken möchten, durchaus Chancen gibt, wenigstens ansatzweise die Lautstarke zu kontrollieren. Viele Hersteller, die Kinderkopfhörer im Sortiment haben, geben genau an, welche maximalen Lautstärken erreicht werden können. So können gezielt Produkte erworben werden, bei denen die Belastung möglichst gering ist. Übrigens trifft diese Information auch auf die meisten Kopfhörer für erwachsene Nutzer zu, wobei die Motivation für den Lautstärke-Vergleich eventuell genau die gegenteilige ist.

Verantwortlicher Gebrauch senkt Gesundheitsrisiko deutlich

Fragt man Spezialisten, ob Kopfhörer für Heranwachsende aus gesundheitlicher Sicht gefährlich sind, wird die Antwort in vielen Fällen ein deutliches Ja sein. Nur eben nicht generell deshalb, weil die Produkte mehrheitlich selbst schädlich wären. Sondern eher aus dem Grund, weil vielen Kindern und Jugendlichen das gesunde Augenmaß fehlt. Unbeaufsichtigt wird stundenlang Musik in hoher Lautstärke konsumiert, das Summen in den Ohren wird oft ignoriert oder gar nicht als Problem wahrgenommen. Aufmerksame Eltern können durch nachsichtiges und vorbildhaftes Verhalten sowie Erklärungen zu den Gefahren verhindern, dass Kopfhörer Schäden verursachen.

Dazu gehört es auch, keine mangelhaften Billig-Kopfhörer zu kaufen, bei denen die Folgen dauerhaften Gebrauchs nicht von der Stiftung Warentest und anderen Experten in der notwendigen Weise geprüft wurden.